August 28

Moppel in Motion – Teil 2 der Pferde-Diät

Für mich beinahe der wichtigste Ansatz bei einer Pferde-Diät ist die Bewegung. Von meiner eigenen Diät weiß ich: Gehe ich nur einmal laufen – halte ich mein Gewicht – wenn ich mich auf die Salatfraktion  beschränke. Bei zweimal laufen ist auch mal ein Kuchenbesuch bei Oma drin und bei 3 mal Laufen die Woche nehme ich ab.

Bin ich zu faul zum Laufen wird das mit dem Abnehmen nichts, egal wie streng ich Kalorien spare.

Sehr eindringlich wird in dem Buch „Diagnose Hufrehe“ von Konstanze Rasch beschrieben, wie der Schutzpatron Bewegung, sich positiv auf rehegefährdete Pferde wirkt. Seitdem versuche ich Atli wirklich sehr regelmäßig zu bewegen.

Bei Atli war das Anfangs schwierig diesen Grundsatz umzusetzen. Er hatte ja einen Sehnenschaden vor der Borreliose und war zu einem halben Jahr Untätigkeit verdammt. Danach habe ich ihn ausgesprochen vorsichtig wieder antrainiert. Ich habe unsere Schritt-Walking-Ausflüge sehr langsam gesteigert, denn ich wollte auf jeden Fall eine erneute Lahmheit vermeiden. Da musste der Arme mit wenig relativ Futter auskommen.

Anforderungen langsam steigern

Handpferde-Reiten
Handpferde-Reiten – bevor die grosse Hitze kommt, mal eben zwei Pferde bewegt.

Aber langsam und stetig steigerten wir die Anforderungen. Wir fingen wieder an zu reiten. Dann  kam mal eine Trabstrecke hinzu und dann erweiterten wir die Kilometerzahl und nahmen auch anspruchsvolle Bergauf-bergab-Passagen hinzu. Gleichzeitig gab es Dressurtraining um die Geschmeidigkeit zu fördern und so das Verletzungsrisiko zu minimieren und Clickertrainung  für den Spaß. (Ja, ich weiss – auch Clickerleckerchen haben Kalorien 😀 aber ich habe mich bemüht die richtigen Leckerbissen zu finden )
Grundsätzlich glaube ich aber, das wir die Leistungsfähigkeit unserer Pferde immer stark unterschätzen. Meist ist das Zeitbudget des Menschen der limitierende Faktor.  Ausdauertraining kostet nun mal auch unsere Zeit. Pferde, ja auch die puschligen flauschigen können  problemlos 10 bis 15 Kilometer am Tag zurücklegen, sollten sie sogar auch. Aber das kann gerade wenn man nur Schritt reitet auch mal  2-3 Stunden dauern, das ist gerade für einen berufstätigen Menschen natürlich eine Herausforderung.

Haben wir uns aber einen pferdigen Couchpotato herangezogen, der schwitzen nur aus Erzählungen kennt, müssen wir ihn natürlich behutsam wieder an Arbeit heranführen.  So wie ich auch! Nach meiner jahrelangen Sport-Abstinenz  (nein – Zäune aufbauen, misten und mit dem Hund rausgehen gilt nicht 😇), bin ich auch erst mal 6 Wochen Walken gegangen, bevor ich mich an eine kleine Jogging-Runde herangewagt habe. Denn mit schmerzenden Muskeln und frustriert zu Hause ankommen, fördert nicht gerade die Motivation. Zumal unseren  Ponymoppels, ihre Fitness sowie ihr Aussehen, so ziemlich am „Heubauch“ vorbei gehen.
Es ist also nicht klug mit unserem Ponymoppel unvorbereitet ein  aanspruchsvolles Sprint-Training  zu starten. Die Anforderungen immer schön typgerecht beginnen und steigern. Das kann schon bei Islandpferden sehr unterschiedlich aussehen. Habe ich einen energiegeladenen Sportisländer wird der mit einem ruhigen Ründchen um den Golfplatz nicht auszulasten sein, während ein untrainierte Moppel dabei durchaus schon an seine Grenzen kommen kann.

Leistung messbar machen

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