September 4

Im Alltag mehr bewegen…. – Teil 3 der Pferdediät

Mehr Bewegung in der Pferdehaltung

Eine weitere Stellschraube der Pferdediät ist die Haltung. Denn umso mehr sich unsere Pferde in Ihrer „Freizeit“ bewegen umso besser. Das ist leider in unserem Stall nicht ganz so einfach zu realisieren. Wohnen wir doch mitten im Ruhrgebiet. Zwar habe ich ausreichend Weiden, aber sie sind dazu gepachtet und die Pferde müssen am Halfter dorthin geführt werden. Lediglich unsere Apfelbaumwiese ist mit dem Paddock verbunden.

Ich habe also rund um diese Weide einen Trailweg abgezäunt. So haben die Ponys einen Rundweg von ca. 250 Meter.  Der Einzige, der dies allerdings auch mal als Rennstrecke benutzt, ist Ljosfari. Letzten Freitag ist er tatsächlich (alleine!!!)  6 mal hin und her gesaust. Ich weiss nicht, was ihn gestochen hat, aber er sah sehr zufrieden aus. Alle anderen lassen es eher gemütlich angehen.

Lange Wege basteln

Durch diesen Rundweg kann ich meine Ponys erst einmal um die halbe Wiese herumschicken, bis sie auf „ihrem“ Stück angekommen sind. Ich gebe immer nur kleine Wiesenteilstücke frei, um zu gewährleisten, das die Ponys möglichst hochgewachsenes Gras futtern. Das ist dieses Jahr auch ganz gut gelungen. Früher habe ich die Wiesen jeden Tag, um ein paar Meter weiter gesteckt und so vergrößert. Das hatte den Nachteil, daß die Ponys anfangs nur auf einem sehr kleinen Stück standen und sich nicht viel bewegten. Umso größer die Weide wurde, umso eher haben sie gerade im Spätsommer angefangen, das alte Gras zu ignorieren und an dem frisch nachwachsendem Grünzeug genascht. (Dies ist gerade für Atli als Rehepferd nicht wirklich gesund. )

Ich habe versucht das Wege-System auch auf einer anderen Weide umzusetzen, dort bin ich aber gnadenlos gescheitert. Das Gras war dort im Frühjahr so gigantisch gewachsen, das meine beiden Opis, einfach nicht hinterher kamen. Sie bekamen schon den Trailweg nicht abgefressen und langstieliges Gras war auch so gar nicht nach ihrem Geschmack. Da haben sie lieber auf´s Heu gewartet. 🙁 Ich musste hinterher dazu übergehen, das Gras dort von Hand zu mähen. Das ist zwar ein sehr intensives Fitnessprogramm, aber ich würde meine Zeit doch lieber mit den Pferden verbringen. 😀

Wasser als Bewegungsanreiz ? 

Ljosi-im-Galopp

Gerne wird ja bei Aktivhaltungen, die Wasserstelle so gewählt, das sie möglichst weit vom Fressplatz entfernt ist, um die Pferde zu mehr Bewegung zu animieren. Dies kann funktionieren, muss aber nicht, wie ich letztens im Stall einer Freundin fest stellen musste. Da liegt die Tränke oben auf einem Berg und die Weide liegt im Tal. Da denkt man; die Pferde machen bestimmt ganz schön Strecke, wenn sie zwei bis dreimal am Tag hin- und her laufen müssen. Tun sie aber leider nicht. Die  Pferde fressen im Tal kommen dann in der Mittagszeit zum Trinken nach oben und warten dann dort auf den Nachmittag bis sie wieder in den Stall kommen.

Ljosi-mit-ZebraDies zeigt, wie auch gut gedachte Konzepte sich schnell ins Gegenteil verqueren können. Wenn zum Beispiel an einem heissen Tag, die Pferde, den Weg zur Wasserstelle scheuen, weil ihnen einfach der Weg zu weit ist oder sie sich von Ihrer Herde nicht trennen wollen. In einem Islandpferde-Aktivstall hat man bemerkt, das die Pferde nicht zur Wasserstelle gingen, weil sie danach nicht mehr zurück zum Heu-Platz kamen. Da nahmen sie lieber Durst auf sich, statt das Futter zu verlassen, auch dies ist natürlich nicht gesund. Denn Pferde sollten täglich  30 bis 50 Liter pro Tag trinken.

Heu und Wasser können also als Bewegungsanreize genutzt werden, sollten aber auch nicht überansprucht werden.

Die andere Idee, die ich versuche nun umzusetzen ist Spiel, Spass, Spannung. So stelle ich fest, das das Fallen eines Apfels auf dem Trailboden durchaus mein graues Pony zu einem Sprint veranlassen kann. Nicht das Atli auch noch einen Apfel abbekommt. (Unsere Apfelbäume sind Gottseidank schon älter und tragen nicht mehr so viel. Die Bäume, die viel Obst tragen, habe ich abgesperrt.)

Knabberkorb

Ich fülle meinen Knabberkorb immer mit allerlei Zweigen: Birke; Pappel, Obstbaumzweige oder auch Brennesseln. Der Knabberkorb war sehr beliebt, als ich den Zugang zum Gras noch sehr stark beschränken musste, weil halt frisches Gras und ein Rehepony nicht wirklich gut zusammen passen. Er wird jetzt also im Herbst wieder vermehrt zum Einsatz kommen. Ich habe mir überlegt, ihn immer an einer anderen Stellen zu positionieren, damit die Ponys auch aktiv danach suchen. Vielleicht werde ich auch hin und wieder einzelne Äpfel oder Möhren darin verstecken, um den Anreiz zu erhöhen. Ich bin mal gespannt, ob das zum Unterhaltungsprogramm beiträgt.

Wenn jetzt das Gras knapp wird, werde ich beginnen Heunetze in den Bäumen zu verteilen um sie so dazu bringen das Platzangebot möglichst gut zu nutzen. Vielleicht kann ich sie ja so in eine mit Buschwerk durchzogene Ecke der Weide locken, dort gibt es so schönen Schatten 😀.

Salzleckstein-Ecke

Eine Bodenplatte, drei Steine - schon war sie fertig unsere Salzleckstein-Station
Einweihung der Salzeckstein-Station 🙂

Heute habe ich unsere Salzleckstein-Ecke in Angriff genommen. Ich bin mal gespannt, wie die Ponys, die annehmen. Atli hat nur geprustet und war nicht dazu zu bewegen, sich das unheimliche Ding aus der Nähe anzuschauen. Vielleicht schwindet ja die Furcht, wenn Ljosfari sie eingeweiht hat. Nicht, das ich vergebens die Steine geschleppt habe. 😀

Gleichzeitig stellt sich zumindest bei mir die Frage, wie viel Abwechslung vertragen meine Pferde eigentlich. Ganz klar, für Ljosfari könnte ich jeden Tag eine neue Kirmes auf dem Paddock parken.  Er wäre begeistert und auch Atli kommt mit Veränderungen klar und ist ziemlich pfiffig, wenn es darum geht den richtigen Weg zu finden. Bei meinen beiden Opas hingegen, darf ich nicht mal das falsche Tor schließen. So haben sie einmal 1 Stunden vor einem zugesperrten Tor gewartet und gezetert, obwohl das nächste offene Tor nur 10 Meter weiter war. Sie scheinen da, ein ganz klein wenig unflexibel zu sein. 😀

Wenn Ihr noch mehr Ideen habt, wie man seine Pferde auf dem Paddock bespassen kann, immer her damit! Mal sehen, was sich bei uns umsetzen lässt.

Links: 

Ein besonders toller Artikel zur spannenden Paddockgestaltung gibt es auf dem Blog „Pferdefreunde“ https://pferde-freunde.com/paddockgestaltung/

Jenny Pohl berichtet in dem Blog Horse Love über ihre Erfahrungen als Pferdehalter und Stallbetreiber eines Paddock-Trails.

Wenn noch jemand ausser mir ein Kräuterbeet plant, hier ist der Link dazu 🙂

Außerdem lohnt es sich immer auf der Seite von Offenstallkonzepte zum stöbern und sich Anregungen zu holen.

Auf der Homepage von der Pferdepension Lehhaldehof gibt es wirklich ganz tolle Anregungen, wie man Pferde in Bewegung bringt.

Vielleicht interessiert Euch auch Teil 1 (Wie füttere ich ein Moppelpony?) und
Teil 2 (Fitness für Moppelpferde) meiner Pferdediät Serie.

 


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Veröffentlicht4. September 2016 von Sabine in Kategorie "Stall und Weide

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