Juli 27

Klein – aber fein! Hestadagar in Niederkrüchten

Die Idee des Hestadagar fand ich immer schon super. Ein kleines Turnier für Freizeitreiter und -pferde, das die ganze wunderbare Vielseitigkeit der Islandpferde aufzeigt. Leider hatte sich bisher für mich, nie die Gelegenheit ergeben, bei einer solchen Veranstaltung mitzureiten.

Nun hatte meine große Tochter schon länger den Wunsch geäußert, einmal ein Turnier reiten zu wollen. Was gab es da Besseres, als ein Hestadagar. Durch einen Zufall fiel mir die Ausschreibung der Islandpferdereiter Heinsberg in die Hände. Ein Termin in den Ferien und die Anreise war mit  60 km auch noch machbar. Perfekt!  Außerdem beinhaltete die Ausschreibung eine Gaits-in-Harmony-Prüfung. Diese neue Wettbewerbsform finde ich sehr reizvoll, weil es auf schönes, harmonisches Reiten ankommt und nicht auf höher, schneller, weiter.

Also für mich war sofort klar: Diese Prüfung will ich reiten und am liebsten mit beiden Pferden, obwohl sie eigentlich noch nicht soweit sind. Bei den Kindern brüteten wir schon etwas länger über der tollen Ausschreibung. Beim Geländetrail schrien beide sofort ja!  Aber mein ängstliches Mutterherz war sich nicht so sicher, ob Atli wirklich bereit war sich Planen und Flatterbändern zu stellen. Also habe ich das Kind sanft „beraten“ es möge doch auch lieber Mehrgang reiten, da könnte sie doch auch den Galopp streichen und alles andere wäre doch kein Problem.
Und dann bot sich natürlich noch die Mannschafsprüfung an, auch wenn wir leider (noch) kein drittes Pferd haben 😀

imageWir waren also alle im Vorfeld sehr fleißig: Alle Reitklamotten samt Satteldecken wurden gewaschen. (Typischerweise war meine Reithose natürlich am Sonntagmorgen noch feucht). Sättel und Trensen wurden von den Kinder geputzt. Aber auch so blieb noch genug zu tun und zu bedenken, wenn man seit gefühlten 100 Jahren nicht mehr auf einem Turnier war.

Meine große Tochter hat dann noch ein Listchen geschrieben, mit all den Dingen, die in Kofferraum und Hänger gehören und sinnigerweise auch „gute Laune“ drauf geschrieben.

Wir kamen also aufgeregt und in  bester Laune auf dem „Ponyhof Heynckes“ an und bauten erst einmal unseren Paddock auf. Ich petze jetzt nicht, das uns die Ponys einmal abgehauen sind und die Wiese vermessen haben. 🙂

Geländetrail

Nina war als erstes mit Ljosfari und dem Geländetrail dran. Das Pony war sehr aufgeregt und zappelig. Aber das Kind blieb ruhig und  als sie dann das  „Go“ bekamen, ging es auch sofort steil bergauf in den Wald und schon war das Kind nicht mehr zu sehen. 10 Minuten später kamen die beiden fröhlich wieder um die Ecke. Das hätte richtig viel Spass gemacht, fast wie eine Schnitzeljagd. Bergauf und bergrunter reiten waren Prüfungsteile gewesen; außerdem von rechts(!) aufsteigen; Plane überqueren; reiten durch Flatterbänder und noch ein Tor öffnen und schließen.

Foto: Sandra Hoos
Foto: Sandra Hoos

Gait in Harmony

Dann waren ich und Atli mit Gaits-in-Hamony dran. Ein bisschen Abreiten in der Halle, das Pony war schon vor lauter Aufregung nass geschwitzt. Also nur ein paar Seitengänge geübt sowie antölten – durchparieren und weiter Schritt reiten. Dies kann, beim Clickerpony, nämlich auch mal vergessen werden, gibt es doch eigentlich nach einer guten Parade auch mal einen Keks. 🙂
Und dann rein in die Bahn und einmal im Schritt außen rumgeritten, damit das Pony weiss, das nirgendwo Gnome lauern, sondern nur “ Lautsprecher“. Dann antölten (schwups trabt das Pony) grr…  – ruhig bleiben – zurücknehmen und nochmal antölten. Puh geschafft! Da bei der Prüfung ja ziemlich viel im Kreis geritten wird, hatte ich ein gewisses Trauma entwickelt einen Zirkel zu vergessen, aber ich glaube wir haben alle mitgenommen 😀. Ich war sehr zufrieden mit dem Dicken, für unseren Trainingszustand und das wir zu Hause ja eigentlich kaum üben konnten, hat er das super gemeistert. 😃

Mehrgang

Dann kam der Mehrgang für die Kinder. Nina hatte leider ein bisschen Pech, denn Ljosfari war wohl nicht geneigt in der Ovalbahn zu tölten 😩 Gottseidank wird ja bei diesem Wettbewerb, die schlechteste Gangart gestrichen, also in ihrem Fall, der nicht gezeigte Tölt. So war die Endnote doch noch ganz gut.  Die Grundgangarten haben die Zwei nämlich souverän gemeistert.

Ein bisschen gebibert habe ich ja bei meiner Kleinen und Atli. Atli kann ja sehr schnell schwierig werden, wenn er sich aufregt. (GottseiDank regt er sich immer seltener auf). Aber die Beiden hatten es auch sehr gut getroffen, nur eine weitere Mitbewerberin in der Bahn, die ebenfalls nicht galoppieren wollte. Perfekt! Die Zwei haben das wirklich sehr, sehr gut gemacht und ich war super stolz auf die Beiden.

Siegerehrung - Hestadagar
Foto: Thomas Henning

Die Kiddies ergatterten bei den Jugendlichen einen 4. und 6. Platz und waren mit ihren Schleifen und Preisen mehr als zufrieden. Es ist wirklich toll, das es bei diesem Turnier auch für die letzten Ränge noch eine Schleife und Preise gab, so fühlte sich jeder Teilnehmer wert geschätzt und es gab keine Verlierer. Super schön !

Mannschaftsprüfung

Beim  Mannschaftswettbewerb hatten die Kinder mich ein bisschen ausgetrickst und mir den Trail zu geschanzt. Super! Die Prüfung  bestand aus einer Wippe, sowie Halsringreiten um Pylonen. Beides habe ich mit dem kleinen Grauen noch nicht gemacht.  Handelsübliche Wippen kennt Ljsofari auch gar nicht. Er ging aber ganz tapfer auf den Steg los und war dann allerdings auch sehr erstaunt, als der umschlug. Das Pony entschied sich für abspringen. Es ist immer wieder schön, wenn die lieben Kleinen etwas zu feixen haben. Das Halsringreiten war dann auch „super“, weil das Pony immer wieder vermeiden wollte, von mir noch mal in die Nähe der Wippe manövriert zu werden und so ignorierte es meine Hilfe nach links geflissentlich.

Ljosfari, leider nicht in Harmony 

Dann stand die zweite Gruppe der Tölt in Harmony-Prüfung auf dem Programm und ich war noch mal mit Ljosfari dran. Der Gute hatte die Faxen allerdings gründlich dick. Als die Kinder mit Atli dann noch in Richtung Weide verschwanden, wurde er ziemlich hysterisch. Ich, also die braven Kinder wieder losgeschickt, das Rappentier zu holen, damit sich wenigstens ein klein wenig Ruhe einstellte. Dann in die Prüfung:  Das Gute gleich zu erst: Er ist getöltet! 😚 Aber es war weder schön und harmonisch. Wir kämpfen ja auch noch zu Hause mit der Losgelassenheit und über den Rücken tölten etc. So bin ich ganz froh,  das wir ohne grosse Kapriolen durch die Prüfung gekommen sind. Das ich dann auch noch einen Aufgabenteil vergesse, da konnte der Gute ja nun gar nichts für.  Nach der Siegerehrung war ich super happy, Ljosfari hatte es immerhin noch auf den 12. Platz (von 14 Teilnehmern) und Atli sogar auf den 4. Platz geschafft. Er ist halt doch mein Bester!!! ❤️

Reich an Preisen und Schleifen sich wir dann wieder nach Hause gefahren und haben sofort beschlossen, beim  nächsten Hestadagar sind wir wieder dabei.

Wirklich hervorheben muss man noch die herausragende Stimmung an diesem Tag. Richter (ein besonderer Dank an Nadine und Tamara Engel), Meldestelle, Helfer, Mitreiter – alle waren super freundlich und hilfsbereit. So macht Turnierreiten wirklich super viel Spass und die Kinder hatten einen ganz tollen Einstieg.

 

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Links:

Unser nächstes Hestadagar findet in Düsseldorf bei den Islandpferdereitern Düsseldorf statt.

Bei dem Verein der Islandpferdereiter Kreis Heinsberg gibt es noch ganz viele, tolle Veranstaltungen, da lohnt sich auf jeden Fall das Reinschnuppern.


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Veröffentlicht27. Juli 2016 von Sabine in Kategorie "Veranstaltungen

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